12.10.2026

Späte Miller, große Wirkung: Kickers-Frauen bleiben zuhause unbezwingbar

Vier Heimspiele, vier Siege. Die FWK-Frauen behaupten mit einem hart erkämpften 1:0 gegen den SV 67 Weinberg II ihre makellose Heimbilanz in der Bayernliga. Jessica Miller übernimmt dabei die Rolle der Hauptdarstellerin und sorgt mit ihrem Treffer in der 85. Minute für ein Happy End, auf das die Kickers-Frauen diesmal ziemlich lange warten mussten.

 

Es gibt Fußballspiele, die sind ein ästhetischer Hochgenuss. Und es gibt solche, bei denen am Ende vor allem das Ergebnis eine ausgesprochen erfreuliche Erscheinung ist. Das Heimspiel gegen die zweite Mannschaft des SV 67 Weinberg gehörte eher zur zweiten Kategorie. 85 Minuten mussten sich die FWK-Frauen gedulden, ehe Jessica Miller den entscheidenden Treffer erzielte und damit drei Punkte sicherte, die im Kampf um die vorderen Tabellenplätze durchaus Gewicht haben. Dass es gegen das bisher sieglose Tabellenschlusslicht kein fußballerisches Feuerwerk wurde, dürfte Headcoach Marius Wiederer weniger gefallen haben. Dass sein Team nach der deutlichen Niederlage in München die passende Antwort gab, dagegen umso mehr.

 

Lange Geduldsprobe mit spätem Happy End

 

Die Ausgangslage schien eindeutig. Weinberg reiste mit einem einzigen Punkt aus sechs Spielen an den Heuchelhof, während die Kickers-Frauen ihre drei bisherigen Heimspiele allesamt gewonnen hatten. Allerdings interessieren sich Fußballspiele bekanntlich nur begrenzt für Tabellenkonstellationen. Und so entwickelte sich eine Begegnung, in der die erhofften Würzburger Tore zunächst ausblieben.

 

Zur Halbzeit stand es 0:0. Auch nach dem Seitenwechsel ließ der erlösende Treffer auf sich warten. Wiederer reagierte in der 62. Minute mit einem Doppelwechsel und brachte für Paula Laub und Eslem Yüksel mit Karolina Sajevic und Jessica Miller zwei frische Offensivkräfte. Eine Entscheidung, die sich als goldrichtig erweisen sollte. In der 74. Minute folgte zudem ein Wechsel zwischen den Pfosten: Für die verletzte Lara Wagner kam Hannah Schumann ins Spiel.

 

Und dann schlug die Stunde von Jessica Miller. Fünf Minuten vor dem regulären Ende erzielte die erst 23 Minuten zuvor eingewechselte Angreiferin das entscheidende 1:0. Die Geschichte dieses Nachmittags hatte damit doch noch ihre Pointe. Miller brauchte keine komplette Halbzeit, um das Ergebnis zu korrigieren. Manchmal reichen eben 23 Minuten, um aus einem zähen Nachmittag einen ziemlich erfolgreichen zu machen.

 

Vier Spiele, zwölf Punkte: Der Heuchelhof bleibt eine Festung

 

Mit dem vierten Heimsieg im vierten Heimspiel unterstreichen die Kickers-Frauen ihre bemerkenswerte Stärke im eigenen Stadion. Nach den Erfolgen gegen Theuern, Regensburg und Ingolstadt blieb nun auch Weinberg ohne Punkte. Insgesamt stehen nach sieben Spieltagen vier Siege und zwölf Zähler auf dem Konto. Das bedeutet Tabellenplatz sechs, punktgleich mit dem fünftplatzierten FC Stern München und lediglich einen Punkt hinter dem FC Forstern und dem 1. FC Nürnberg II auf den Rängen drei und vier. Die Mannschaft hat damit weiterhin unmittelbaren Anschluss an die Verfolgergruppe der Bayernliga.

 

Freilich wird die sportliche Analyse des Trainerteams auch ergeben, dass gegen den Tabellenletzten mehr möglich gewesen wäre. Gerade solche Spiele verlangen neben spielerischer Qualität vor allem Geduld, Konsequenz und die Fähigkeit, bis zum Schluss an den eigenen Erfolg zu glauben. Dass die FWK-Frauen diesmal nicht frühzeitig für klare Verhältnisse sorgten, war der kleine Schönheitsfehler eines ansonsten erfreulichen Ergebnisses.

 

Am kommenden Sonntag wartet mit der zweiten Mannschaft des 1. FC Nürnberg allerdings eine deutlich anspruchsvollere Aufgabe. Beim direkten Konkurrenten um die vorderen Tabellenplätze bietet sich den Kickers-Frauen die Gelegenheit, ihre bislang makellose Heimbilanz endlich auch auswärts mit einem Erfolgserlebnis zu ergänzen.

 

Foto: Paul Zottmann

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