Die FWK-Frauen bleiben am Heuchelhof eine Macht. Gegen den FC Ingolstadt 04 II krönte die Mannschaft von Headcoach Marius Wiederer eine über weite Strecken dominante Vorstellung mit einem hochverdienten 2:1. Julia Asam und Lisa Blum trafen für Würzburg, der Siegtreffer fiel in der 89. Minute.
Es war einer dieser Nachmittage, an denen die Anzeigetafel lange nicht besonders viel über das tatsächliche Geschehen auf dem Rasen erzählen wollte. Die Kickers Frauen übernahmen von Beginn an die Kontrolle, bestimmten Rhythmus und Spielrichtung und drängten Ingolstadt über weite Strecken tief in die eigene Hälfte. Was zunächst fehlte, war einzig die Belohnung. Würzburg investierte viel, blieb geduldig und hielt den Druck hoch, musste aber bis weit in die zweite Halbzeit warten, ehe sich die spielerische Überlegenheit endlich auch im Ergebnis widerspiegelte.
Asam trifft, Ingolstadt antwortet
In der 67. Minute war es Julia Asam, die den längst fälligen Treffer zum 1:0 erzielte. Eigentlich hätte die Führung Ruhe geben sollen, tatsächlich geriet das zuvor so klare Würzburger Spiel für einige Minuten aus der Ordnung. Nur zwei Minuten später nutzten die Gäste diese kurze Phase und glichen zum 1:1 aus. Ein Spiel, das die FWK-Frauen bis dahin deutlich geprägt hatten, war damit plötzlich wieder offen.
Doch gerade dieser Moment zeigte, wie weit die Mannschaft inzwischen auch mental ist. Würzburg reagierte nicht hektisch, sondern als Team. Die Zweikämpfe wurden wieder entschlossener geführt, gegenseitige Unterstützung und Laufbereitschaft nahmen noch einmal zu und auch die eingewechselten Spielerinnen gaben der Partie neue Energie. Dass ausgerechnet Lisa Blum zur entscheidenden Figur wurde, passte deshalb ausgezeichnet zum Nachmittag. Bereits in der 54. Minute für Felina Hommel gekommen, traf sie in der 89. Minute zum 2:1. Ein später Treffer, aber gemessen am Spielverlauf ganz sicher kein glücklicher.
Neun Punkte und mittendrin im Vorderfeld
Mit dem Erfolg setzt sich zugleich eine bemerkenswerte Heimserie fort. Nach dem 4:1 gegen den TSV Theuern und dem 2:0 gegen den SC Regensburg haben die Kickers Frauen nun auch Ingolstadt II bezwungen. Drei Ligaheimspiele, drei Siege, neun Punkte. Der Heuchelhof entwickelt sich damit zu einem ausgesprochen angenehmen Ort für die Gastgeberinnen und zu einem zunehmend unbequemen für alle, die dort etwas mitnehmen möchten.
Auch der Blick auf die Tabelle darf sich sehen lassen. Nach fünf Spieltagen stehen die FWK-Frauen mit neun Punkten auf Rang fünf und sind damit punktgleich mit dem Drittplatzierten FC Forstern sowie dem auf Rang vier geführten 1. FC Nürnberg II. Besonders bemerkenswert ist diese Position vor dem Hintergrund des eingeschlagenen Weges: Der Würzburger Kader gehört mit einem Durchschnittsalter von rund 22 Jahren und neun Monaten zu den sehr jungen Mannschaften, zahlreiche Spielerinnen wurden aus den eigenen Strukturen in den Frauenbereich entwickelt. Dass ein Team mitten in diesem Entwicklungsprozess bereits wieder im Vorderfeld der Bayernliga steht, spricht für die Qualität dieses Weges.
„Wir haben heute sehr viel von dem gezeigt, was wir uns vorstellen. Über weite Strecken waren wir klar spielbestimmend, verlieren nach dem 1:0 kurz unseren Rhythmus und bekommen sofort die Quittung. Entscheidend ist aber, wie die Mannschaft darauf reagiert hat. Sie ist zusammengerückt, hat füreinander gearbeitet und diesen Sieg mit enormem Willen erzwungen. Gerade bei einem so jungen Team ist das ein sehr gutes Zeichen für unsere Entwicklung“, bilanzierte Headcoach Marius Wiederer.