Mit durchschnittlich 17 Jahren und bemerkenswert wenig Respekt vor der Underdogrolle startet unsere U23 in die Bezirksoberliga. Beim SV Veitshöchheim belohnt sich das Team von Chris Mader für einen sehenswerten Auftritt mit einem 2:1-Auswärtssieg. Die Schlusspointe liefert Sara Kaiser in der Nachspielzeit.
Wer von euch über 50 ist, kennt sie vermutlich noch: die Kinderserie Die Bären sind los. Ein Kinder-Baseballteam, verkannt, unterschätzt und sportlich meistens damit beschäftigt, die eigene Leidensfähigkeit zu erweitern. Sympathische Underdogs eben. Für unsere U23 wäre das auf den ersten Blick eine passende Serienvorlage. Auf den zweiten müssten wir allerdings am Drehbuch arbeiten. Vor allem an den Ergebnissen.
Denn dass unsere jungen Wilden regelmäßig eins auf die Baseballmütze bekommen, lässt sich zum Saisonauftakt beim besten Willen nicht behaupten. Das liegt einerseits an den fehlenden Baseball-Caps. Wir haben nachbestellt. Andererseits an einer Mannschaft, die zwar das jüngste Frauenteam der Liga stellt, auf dem Platz aber ausgesprochen erwachsen mit ihren Aufgaben umgeht. Durchschnittlich 17 Jahre alt zu sein, verpflichtet schließlich niemanden dazu, auch entsprechend nervös Fußball zu spielen.
In Veitshöchheim bekam die Geschichte zunächst trotzdem den kleinen Rückschlag, den eine ordentliche Auftaktfolge offenbar braucht. Antonia Eckhardt brachte die Gastgeberinnen in der 23. Minute in Führung. Ein 0:1 auswärts, gleich zum Ligastart: durchaus geeignet, um als sehr junge Mannschaft kurz darüber nachzudenken, ob das mit dem Frauenfußball heute wirklich schon sein muss.
Unsere U23 beantwortete die Frage auf ihre Weise. Sie spielte weiter. Und acht Minuten später war der Rückstand bereits wieder erledigt: Kapitänin Anja Hemmert traf in der 31. Minute zum 1:1 und stellte damit auch den späteren Pausenstand her. So viel zum Thema klitzekleiner Rückstand. Wir können das inzwischen sogar zeitlich eingrenzen.
Was am Auftritt der Mader-Elf gefiel, ging allerdings über die schnelle Antwort hinaus. Unsere jungen Wilden brachten sehenswerten Fußball auf den Platz und ließen sich durch den zwischenzeitlichen Rückschlag nicht von ihrem Spiel abbringen. Da stand eine Mannschaft, die ihrer gemeinsamen Idee vertraute. Für ein Team dieses Alters ist eine solche Ruhe mindestens so erfreulich wie der Blick auf die Anzeigetafel.
Die wiederum ließ sich mit der nächsten guten Nachricht aus Würzburger Sicht ausgesprochen viel Zeit. Das 1:1 hielt auch nach der Pause Bestand, und wer sich gedanklich bereits mit einer Punkteteilung beschäftigte, hatte die Rechnung ohne Sara Kaiser gemacht. In der ersten Minute der Nachspielzeit traf sie zum 2:1 für unsere U23. Wirklich, wirklich Last Minute. Das Happy End kam, als der Abspann schon vorbereitet werden konnte.
Damit belohnte sich die Mannschaft für einen Auftritt, der Lust auf diese Saison macht: einen Rückstand weggesteckt, schönen Fußball gezeigt und bis zum Schluss drangeblieben. Gerade für unsere sehr junge U23 steckt in diesem Auftakt mehr als ein gelungenes Ergebnis. Solche Spiele geben Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in das Team. Dass dafür gleich drei Punkte mit auf die Heimfahrt durften, nehmen wir selbstverständlich ausgesprochen gern zur Kenntnis.
Die Baseballmützen bleiben trotzdem bestellt. Vielleicht brauchen wir sie noch zum Ziehen.
Und für unsere neue Serie steht der Titel ohnehin längst fest: The Foxes Are Coming.
Foto: Luisa Untch