24.04.2022

Kickers-Frauen fördern Schiedsrichter:innen

Gleich drei Nachwuchsschiedsrichter:innen stellen die Kickers-Frauen seit dieser Saison und freuen sich, damit einen wichtigen Beitrag gegen den Rückgang bei den Unparteiischen in Bayern leisten zu können. Marleen Schneider, Noris Lunze und Fabian Ritter werden als junges Nachwuchsteam auf den Plätzen Unterfrankens für einen geregelten Spielbetrieb sorgen. Nur in München beim BFV will man dennoch eine Strafgebühr von den Kickers-Frauen für fehlende Schiedsrichter:innen.

 

Zusammen gezählt sind die drei Nachwuchsschiedsrichter:innen der Kickers-Frauen 55 Jahre alt, jede für sich genommen mit 15, 17 und 23 zählen aber zu den ganz jungen Wilden in Schwarz auf Unterfrankens Plätzen. Denn seit dieser Saison stellen die Kickers-Frauen gleich drei Unparteiische für den Spielbetrieb und wirken damit einem Dilemma entgegen, in dem sich der bayerische Amateurfußball immer dramatischer befindet. Es fehlt vielerorts an Schiedsrichter:innen, viele Partien im Jugendbereich werden schon lange nicht mehr von Offiziellen geleitet. Seit Jahren sind die Zahlen aktiv Leitender rückläufig.

 

„Wir können uns nicht hinstellen und vom Verband mehr Engagement verlangen ohne als Verein nicht selbst aktiv zu werden. Mit Marleen, Noris und Fabian haben drei junge engagierte Menschen zu uns gefunden, die aufgrund ihres Alters noch eine lange und vielversprechende Karriere vor sich haben“, so Jonathan Rudingsdorfer, zuständig für die Schiedsrichter-Betreuung bei den Kickers-Frauen.

 

Gute Unterstützung durch den Verein

 

Während Marleen Schneider und Noris Lunze noch die Schulbank drücken, studiert Fabian Ritter an der hiesigen Universität und kann in dem Trio bereits als alter Hase im Geschäft gelten. Der gebürtige Aschaffenburger kann auf reichlich Erfahrung zurückblicken und freut sich über die Rahmenbedingungen bei den Kickers-Frauen. „Es ist toll, wie uns der Verein als Schiedsrichter unterstützt“, so Ritter, der bereits seit elf Jahren Spiele bis hinauf zur Bezirksebene leitet und zusätzlich noch die U14-Juniorinnen der Kickers trainiert.

 

Noris Lunze steht hier noch am Anfang seiner Karriere. Seit dieser Saison sammelt der passionierte Mountain-Biker erste Erfahrungen auf dem Platz und an der Seitenlinie. „Als Assistent bei einem Herren-Spiel an der Linie zu stehen, das war am Anfang schon ein komisches Gefühl“, so Noris Lunze. „Aber es macht auch Spaß und bin froh, dass ich diese Erfahrungen machen kann.“

 

Erste Erfahrungen im Verein

 

Ihm wie auch Marleen Schneider hilft dabei der Ansatz im Verein, die neuen Aspirant:innen erst einmal vereinsintern Schiedsrichter-Luft schnuppern zu lassen. „Wir bieten ihnen immer an, bei Freundschaftsspielen im Verein die Leitung zu übernehmen“, so Rudingsdorfer, der vor seiner Zeit als Jugendvorstand selbst aktiv Schiedsrichter war. „So bekommen sie ein Gefühl für diese wichtige Rolle im Spiel und wir können selbst Feedback geben“.

 

Diese Schritte stehen Marleen Schneider noch bevor. Die Schülerin stammt aus einer begeisterten Sportler-Familie, ihre Schwester spielt selbst bei den Kickers in der U17 und ihr Bruder absolviert aktuell ein Freiwilligen-Jahr im Sport-Ganztagsangebot des Vereins. „Ich habe gerade ganz frisch meine Prüfung absolviert und freue mich schon auf die ersten Spiele, auch wenn ich da schon noch etwas aufgeregt bin“, so die frisch geprüfte Schiedsrichterin.

 

BFV erhebt dennoch Strafgebühren

 

Ganz soviel Enthusiasmus bringt die BFV-Zentrale in München dem Engagement der Kickers-Frauen und den drei Schiedsrichter:innen noch nicht entgegen. Die Gebührenordnung sieht vor, dass Vereine ohne eigene Schiedsrichter:innen eine Art Strafgebühr zu zahlen haben. „Wir stellen gleich drei Unparteiische und sind im Bereich Nachwuchsförderung sehr engagiert. Warum wir dennoch die Strafgebühr bezahlen sollen, das weiß der BFV allein“, wundert sich Rudingsdorfer und investiert das Geld lieber in die Ausstattung seiner Schützlinge. „Natürlich muss dazu auch ein Dress in Rot gehören, schließlich sind wir die Rothosen“, so Rudingsdorfer.

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