16.02.2026

Die FWK-Frauen im Exklusiv-Interview

Während draußen das triste Dasein eines nasskalten Februartages herrscht, ist in unsere Newsletter-Redaktion allerbeste Feierlaune. Und das liegt nicht daran, dass Fasching ist oder wir uns in eine epische Schlacht gegen Krapfen begeben haben.

 

Vielmehr haben wir es geschafft, eines der seltenen Interviews mit dem Verein FWKFRAUEN zu ergattern. Bereits seit mehreren Jahren warten wir auf diese Gelegenheit und hüpfen nun ganz aufgeregt über die Tische im Vereinsheim. Als der Verein endlich kommt, begrüßt unsere Chefredakteurin aber ganz betont lässig

  

eure FWKFRAUEN

 


 

Hallo.

Hallo.

 

Geht’s gut?

Japp.

 

Schön.

Ja. Und selbst so?

 

Ja auch, danke.

Gut.

 

Hmmm. Soll ich eine Frage stellen?

Wäre bei einem Interview nicht schlecht, ja.

 

Ok. Also, schon mal Danke für die Zeit. Du bist viel beschäftigt, oder?

Gerne. Ja, etwas. Geht ja langsam wieder los. Der Schnee nervt.

 

Ja. Habt ihr ein Dauer-Abo auf Schnee hier am Heuchelhof?

Dieses Jahr zu Sonderkonditionen abgeschlossen. Schieb einmal 200 Tonnen weg, die zweite Ladung gibt’s gratis.

 

Aber dann geht’s wieder ins Training?

Ja, wobei wir überlegen, eine Ski-Langlauf-Abteilung zu gründen. Die trifft sich dann immer einmal im Jahr für drei Tage und schlurft durch den Schnee bei uns.

 

Du machst Scherze?

Ja. Humor brauchst du in diesem Geschäft.

 

Gutes Stichwort. Du bist jetzt seit 16 Jahren dabei, ihr habt am 6. März euer Event VISION2030.

Ist ausverkauft.

 

Ist ausverkauft?

Japp. Ausverkauft, ratzebatze voll, jeder Platz im Kinosaal weg.

 

Und wenn ich auch kommen will?

Nix zu machen, ratzebatze voll. Wär ja bei der Regionalpresse auch mal was Neues. Kannst aber im Livestream auf unserem Youtube-Kanal schauen.

 

Professionell. Bin beeindruckt. Aber ist doch komisch oder? Jeder Verein feiert runde Jubiläen und ihr feiert 16 Jahre? Warum?

Weil 13, 14 und 15 Jahre schon rum sind und 17 noch nicht da ist. Bleibt also dieses Jahr nur die 16.

 

Und was passiert an dem Abend so?

Das wird ein tolles Event, Julia Lamatsch von Sky wird moderieren, JAKO kommt mit seinem coolen Truck, Julian Schieber ist da. Ich bin da.

 

Fabrizio Romano hat euch aber ordentlich die Show gestohlen. Er hat euer neues Trikot bereits vorgestellt.

Mal eine Gegenfrage. Wir haben seit diesem Jahr unsere eigene Designerin, die hauptberuflich für ein großes deutsches Unternehmen tätig ist. Meinst du, die tapeziert da eine weiße Erfurt-Rauhfaser hin?

 

Nicht?

Unsere Spielerinnen haben die Ideen für das neue Trikot geliefert und Lena hat daraus einen unfassbar schönen Entwurf gestaltet. Wir werden bei VISION2030 das neue Trikot vorstellen, da bekommt der Romano ganz große Kulleraugen.

 

Ok, können wir also gespannt sein. Reden wir über Geld.

(An dieser Stelle wird das Interview unterbrochen. Der Verein ruft unverständlich etwas in Richtung Nebenraum. Daraufhin betreten mehrere Dutzend Männer im Lagerfeld-Anzug den Raum, jeder mit einem großen Aluminium-Koffer und einer goldenen Rolex am Arm. Auf Anweisung des Vereins stellen die Herren ihre Koffer auf die Tische, öffnen sie und zum Vorschein kommen fette Geldbündel. Wir schätzen, das müssen so um die 20 bis 30 Millionen Euro sein).

 

Noch Fragen? Wir schwimmen in Kohle, wir haben Euro-Scheine als Papierhandtücher, der FC Bayern nimmt bei uns Darlehen auf. Unsere Seitenlinien sind mit Geldscheinen markiert und an jeder Eckfahne hängen kleine Goldsäckchen, da können sich die Spielerinnen bei jeder Spielunterbrechung nach Herzenslust bedienen.

 

Ok, klingt gut. Ihr sucht also keine Sponsoren mehr?

Ach quatsch, wir sind ja hier nicht im Männerfußball. Wir haben genug Geld. Manchmal schicken wir aus Langeweile unseren Sponsoren Geld.

 

Also auch kein Interesse an einer besseren politischen Förderung. Es wird gemunkelt, dass in Würzburg die Mädchen im Vergleich zu den Jungen gar nicht so gut gefördert werden.

Sagt Fabrizio Romano, oder? Das ist völliger Quatsch. In Würzburg gibt’s an jeder Ecke einen Verein für den Leistungsfußball der Mädchen und Frauen. Erst neulich haben wir überlegt, uns einfach aufzulösen, weil uns hier ja keiner braucht. In den Würzburger Stadtteilen Hoffenheim, Frankfurt, Nürnberg und Fürth gibt’s ja schon genug Angebote. Da fährt die Linie 6 zum Beispiel hin.

 

Ok, ich verstehe. Vielleicht noch eine Frage. Gegen wen würdest du gerne mal spielen?

(überlegt) Hoffenheim. Nee, warte. Hab ich schon im DFB-Pokal. Bayern München? Nee, auch schon. Frankfu… nee, auch. Wolfsbu… Stuttgart, VfB, die… nee hab ich auch schon. Lass mal wieder gegen Veitshöchheim spielen.

 

Zum Beispiel auf dem neuen HerzRasen?

Ja, der ist top. Ich hab jetzt noch Gänsehaut. Und das als Drache. Wie sich alle letztes Jahr ins Zeug gelegt haben, um den HerzRasen zu ermöglichen, das war schon irre. Am 25. April weihen wir den HerzRasen ein, mit einem tollen Kita-Turnier, einem Tag des Mädchenfußballs, unsere U12 wird das erste Spiel dort zocken und wer will, kann die neue Leistungsdiagnostik selbst ausprobieren, die wir fest im Rasen verbaut haben.

 

Du auch?

(Mit einem Mal dröhnt ein enormer Knall durch das Vereinsheim, Funken wirbeln durch die Luft, und aus dem knuffigen Drachen wird eine athletische FWK-Spielerin. Das Interview wird mit lautem Gedröhne in ein ausverkauftes Stadion mit johlenden Fans, wie man sie in diesem Ausmaß nur vom Frauenfußball oder Curling kennt, katapultiert. Lässig jongliert sie den Ball auf der Stirn, steht auf und verschwindet in den Massen. Unsere Chefreporterin bleibt sprachlos zurück).

 

Danke für das Gespräch!

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