04.06.2022

Drei Mal Vize und ein Neuanfang

Die aktuelle Saison wird in die Geschichte der Kickers-Frauen als eine Spielzeit der Vizemeisterschaften eingehen. Gleich zwei Mal bei den Frauenteams und einmal bei der U17 stand am Ende ein hervorragender zweiter Platz in den Büchern. Die Erste tritt nach stark umkämpfter Saison den Neuanfang in der höchsten bayerischen Liga an.

 

Insgesamt zufrieden zeigen sich die Kickers-Frauen mit der abgelaufenen Spielzeit, auch wenn es für die Erste heißt, den Neuanfang für die eigenen Talente in der Bayernliga zu gestalten. Die mit insgesamt sechs Abstiegsplätzen hochriskante Regionalliga erwies sich letztlich als Stolperfalle für die von Verletzungs- und Corona-Pech geplagten Kickers-Frauen. Insbesondere die letzten Partien der Rückrunde und die beiden Relegationsderbys gegen Eintracht Frankfurt zeigten, dass das Team von Gregor Opfermann und Jovana Markovich sich am Ende eigentlich nur selbst schlagen konnte.

 

Ähnlich zeigte sich auch die Situation in der Zweiten. Die in der Saison immer wieder von Personalnöten heimgesuchte Kickers-Reserve zeigte entsprechend schwankende Leistungen, von denen vor allem die bei tabellarisch deutlich schlechteren Teams liegen gelassenen Punkte letztlich die Meisterschaft gekostet haben. Beispielhaft hierfür war das torlose Unentschieden gegen Gollhofen, die in der Rückrunde in Stammbesetzung und unter Rückgriff auf die eigene U17 letztlich verdient mit 8:0 vom Platz geschoben wurden.  

 

Mit mehr Konstanz und Personal zur Tabellenspitze

 

„Uns hat durch die Personalnot einfach die Konstanz gefehlt, Leistungsträgerinnen haben immer wieder in der Ersten unterstützt“, beschreibt Eugen Ungefuch die Situation und ist am Ende aber dennoch sehr zufrieden. „In Bestbesetzung haben wir dann aber gezeigt, dass wir auch zu einer Meisterschaft in der Lage sind, und die wollen wir in der kommenden Saison auch holen“, so der ehemalige Bayernliga-Spieler der Kickers.

 

Weniger vom Verletzungspech als von einer zu Beginn der Saison noch nach ihrer Form suchenden U17 hing die Vizemeisterschaft des Nachwuchsleistungsteams der Kickers-Frauen ab. Obwohl mit Jana Schneider und Elena Roth sowie Maria Schmolke in der Hinrunde und mit der Keeperin Hannah Schuhmann in der Rückrunde wichtige Spielerinnen fehlten, konnte das Team von Heinz Reinders und Katharina Meyer fünf Siege aus sechs Spielen verbuchen. Lediglich gegen die Reserve des 1. FC Nürnberg setzte es eine klare Niederlage.

 

U17 insgesamt elf Mal ungeschlagen

 

In der Rückrunde zeigte das Team aber ihr Potenzial in der Landesliga-Nord und dominierte Gegnerinnen wie Regensburg und Erlangen nach Belieben. Auch in Testspielen gegen den Bayernligisten aus Weinberg brachten die Kickers-Schützlinge ihre Leistung souverän auf den Platz. Die Meisterschaft gekostet hatte die Rothosen letztlich trotz elfmalig ungeschlagen zu sein ein Unentschieden gegen den im Hinspiel noch mit 4:0 besiegten TSV Theuern und ein unglückliches 3:3-Unentschieden in Nürnberg.

 

„Natürlich müssen wir uns in einer Meisterschaftsrunde mit letztlich nur sechs Teams bei jedem Spiel für unsere Leistung mit den nötigen Siegtoren belohnen. Immerhin stellen wir mit Leonie Maier und Amelie Neumaier gleich zwei Torschützenköniginnen der Liga“, resümiert Reinders die Saison. „Aber wenn du in Nürnberg ein frühes Gegentor kassierst, bei dem sich hinterher der Schiedsrichter entschuldigt, ein Acht-Meter-Abseits übersehen zu

haben, dann spielst du eben auch in wichtigen Spielen gegen unberechenbare Mächte“. Punktgleich mit den Nürnbergerinnen heißt es am Ende aufgrund des direkten Vergleichs letztlich Platz 2 für die U17. „Aus der Corona-Saison sind wir als Fast-Absteiger gekommen“, so Reinders nicht ohne Stolz, „da hat das Team mächtig Gas gegeben und sich selbst aus dem Keller geschossen“.

 

Neuanfang mit eigenen Talenten

 

Sechs Spielerinnen des Jahrgangs 2005 aus der insgesamt erfolgreichen U17 werden ab der kommenden Saison die beiden Frauenteams verstärken, worauf sich die Trainerteams beider Mannschaft freuen. „Das sind tolle Nachwuchstalente aus den eigenen Reihen, seit über zehn Jahren arbeiten wir auf diesen Moment hin“, beschreibt Maren Fuchs den besonderen Umbruch im Verein. Die für den Spielbetrieb der Frauen zuständige Vorsitzende sieht denn auch eine ganz neue Ära am Heuchelhof anbrechen. „Bisher kamen unsere Spielerinnen von anderen Vereinen zu uns. Jetzt können wir deren individuelle Qualität um unsere eigene Ausbildungsphilosophie bereichern“.

 

Die dritte Vizemeisterschaft der Saison konnte die Kreisliga-Reserve der Rothosen einfahren. Das Team um Spieler-Trainerin Lena Wagner musste sich nur der aus der Landesliga zurückgetretenen Mannschaft aus Frickenhausen geschlagen geben. Die Weindörferinnen hatten seinerzeit ein Landesliga-Team gemeldet, aber erst zu Saisonbeginn feststellen wollen, dass es dort vom Kader her nicht reichen würde. Die Dritte, die als Idee eines Breitensport-Teams in der letzten Saison als Versuch gestartet wurde, wird in der kommenden Saison jedoch nicht wieder gemeldet werden.

 

Profil im Leistungsfußball ausbauen

 

„Diese Saison hat uns gezeigt, dass wir unsere Kräfte im Leistungsbereich bündeln müssen und der Übergang von der Kreisliga zur Bezirksoberliga nicht die notwendigen Ressourcen freisetzen kann“, fasst Kickers-Vorstand Gudrun Reinders den weiteren Verlauf zusammen. „Wir sind sehr stark im Aufbau der Juniorinnen für den Leistungsbereich der Frauen“, skizziert sie die Stoßrichtung für die kommenden Jahre, „das wird unser Profil als Verein im Leistungsfußball in der Region weiter schärfen“. Hierzu soll in der kommenden Saison vor allem in den beiden Frauenteams und der U17 zielstrebig gearbeitet werden. „Eine Spielzeit mit so vielen Vizemeisterschaften ist zwar schön“, so Reinders augenzwinkernd, „aber wiederholen müssen wir das nicht unbedingt“.

 

Foto: Paul Zottmann

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