09.10.2021

Die gute Seele der Keeperinnen

Sebastian Dürnagel ist jetzt seit einem Jahr Torwart-Trainer für die Keeperinnen der Kickers. Da wird es Zeit, den Mann hinter dem Erfolg der Entwicklungen im Tor vorzustellen und einmal zu fragen, was für ihn besonders wichtig ist. Was das Ganze mit innerer Ruhe und Andy Köpke zu tun hat, erzählt der 40-Jährighe im Interview vor dem Auswärtsspiel gegen Wacker München. 

 

Sebastian, ging es dir auch so? Die Jungs mit den zwei linken Füßen müssen ins Tor und so hat deine Karriere angefangen? Oder wie war das bei dir?

Bei meinem Heimatverein SV Rothenfels fing ich als Stürmer an, da mein Vater in seiner aktiven Fußballzeit ebenfalls Stürmer war. So konnte ich über einige Jahre im Feld spielen. Nach einer Verletzung der Torhüters stellte ich mich im Training ins Tor. Nach Bällen zu hechten hat mir sofort wahnsinnig viel Spaß gemacht und bin dem Torwartspiel treugeblieben.

 

Du gibst im Training mit unseren Keeperinnen immer Vollgas. Was motiviert dich?

Für mich als Torhüter waren Fleiß, Ehrgeiz und Disziplin eine wichtige Basis, um die optimalen Grundlagen für meine Weiterentwicklung zu fördern. Ich bekam beim 1. FC Nürnberg die Chance über die Junioren und die Amateure in den Profi-Bereich der Ersten Mannschaft zu gelangen. In jedem Training alles abzurufen war sicher der Schlüssel, um in der damaligen Zeit mein Hobby zum Beruf gemacht zu haben.

 

Diese Werte versuche ich nun seit 15 Jahren auch als Torwart-Trainer aktiv zu vermitteln. Mit unseren Keeperinnen Lara Wagner, Johanna Popp, Lea Bosse und Luisa Sterzenbach haben wir junge, sehr talentierte Torhüterinnern im Team der ersten und zweiten Mannschaft. Was mir bei all der Trainingsarbeit so Spaß macht ist, die Weiterentwicklung der Spielerinnen miterleben zu dürfen. Unsere Tothüterinnen sind ein Teil einer homogenen Einheit im Team und steuern ihren Beitrag zum Erfolg der gesamten Mannschaft bei.

 

Wenn du dir unsere Torhüterinnen anschaust, welche Stärken schätzt du an ihnen?

Was mir an unseren Torhüterinnen gefällt, ist der Teamgedanke untereinander. Obwohl jede immer am Wochenende spielen will, stehen Respekt und Teamgeist immer im Vordergrund unserer Torhüterinnen. Und die Verzahnung zwischen der ersten und zweiten Mannschaft läuft optimal. Alle geben in jedem Training Vollgas, wollen sich aktiv weiterentwickeln! Unser Ziel ist es, dass unsere Torhüterinnen sich in unserem Verein wohlfühlen und sich über Jahre bei den Kickers-Frauen stetig weiterentwickeln.

 

Bist du vor den Spielen eigentlich aufgeregt? Was machst du dagegen?

Die Frage kann ich eindeutig mit ja beantworten. Dagegen hilft mir mein klarer Tagesablauf und ich versuche, Ruhe auszustrahlen.

 

Du bist ein gut ausgebildeter Torwart und nun auch Torwarttrainer. Was macht für dich das moderne Torwartspiel aus?

Das Torwartspiel hat sich in den letzten 20 Jahren stark verändert. Im Spiel haben die TorhüterInnen die meisten Kontakte im fußballerischen Bereich. So werden im individuellen Torwart-Training häufig fußballerische Elemente integriert. Auch das Zonenspiel hat sich stark verändert. Klebte früher der Keeper oft auf der Linie, steht im modernen Torwartspiel das Abfangen und Ablaufen langer Bälle im Vordergrund. Dennoch gibt es auch Bereiche, die sich nicht viel zu früher verändert haben. Nur die Begrifflichkeiten wurden angepasst.

 

Wenn du einmal an deine aktive Karriere denkst, was waren da für dich besondere Momente?

Das war natürlich der Gewinn der Deutschen Meisterschaft des Jahrgangs 1981 mit der Landesauswahl Bayern, unter anderem mit den ehemaligen Bundesliga-Spielern Benjamin Lauth und Thomas Broich. Dann das erste Training mit meinem damaligen großen Vorbild Andreas Köpke beim 1. FC Nürnberg. Dazu gehört natürlich dann auch meinen Lizenzspielervertrag bei Nürnberg zu unterschreiben und das erste Mal im Profikader beim 1.FC Nürnberg mit 18 Jahren zu stehen. Das war damals beim Zweitliga-Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld vor 25.000 Zuschauer. Meinen Namen auf der Anzeigentafel in Bielefeld zu lesen, das war damals schon ein unbeschreiblich schönes Gefühl. (lacht) Auch der Aufstieg mit dem 1.FC Nürnberg von der 2. in die 1.Bundesliga, inklusive Aufstiegsfeier, Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Nürnberg, das waren schon so Gänsehautmomente.

 

Über ein Jahr bei den Kickers-Frauen? Wie ist das für dich und was gefällt dir besonders?

Hier wird mit viel Herzblut und Leidenschaft gearbeitet. Obwohl es keine hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt, wurde gerade im letzten Jahr sehr viel professionalisiert. Das geht nur mit einem leidenschaftlichen Team im Hintergrund. Zusätzlich sind im Sportpark Heuchelhof optimale Trainingsbedingungen für alle Mannschaften vorhanden. Einer der modernsten Kunstrasen-Plätze bietet gerade in der kalten Jahreszeit top Bedingungen für alle Spielerinnen. Dass die Kickers Frauen auf einem tollem Weg sind, zeigt auch, wie viele Mannschaften in diesem Jahr an den Start gehen. Zuwächse an Spielerinnen trotz Pandemie, das ist einfach sehr beeindruckend!

 

Was ist denn dein Eindruck vom Team, wohin könnte die sportliche Reise zukünftig gehen?

Wir haben ein sehr junges Team. Der Großteil der Mannschaft ist trotz des Abstieges aus der 2. Bundesliga zusammengeblieben. Der Teamgedanke steht immer im Vordergrund.

 

Es gibt in der Mannschaft keine Stars. Der Erfolg im Team kommt durch das kollektive miteinander von allen. Wenn ein Rädchen ins andere greift, können wir zusammen als Kickers-Team um den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga spielen.  Das gesamte Team besteht nicht nur aus der Mannschaft und Trainer-Team. Unser Vorstand, die medizinische Abteilung, der Platzwart, die Ordner - alle tragen mit Ihrem tollen Engagement an der Weiterentwicklung bei den Kickers-Frauen bei!

 

Foto: Paul Zottmann

 

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